Fortführungsprognose

Fortführung im Jahresabschluss

Jeder Jahresabschluss geht stillschweigend davon aus, dass der Betrieb weitergeht: Vorräte sind so viel wert, wie der Verkauf bringt, Maschinen so viel, wie sie dem Betrieb nützen. Zeigt der Abschluss einen Verlust und ist das Eigenkapital aufgebraucht, stellt sich die Frage, ob diese Annahme noch trägt. Das betrifft nicht nur den Krisenfall, sondern jede GmbH, deren Eigenkapital ein Verlust aufgezehrt hat.

Verlust, aufgebrauchtes Eigenkapital und die Fortführungsannahme

Zu Fortführungswerten darf ein Jahresabschluss in aller Regel nur aufgestellt werden, wenn der Fortführung keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheiten entgegenstehen. Ein Verlust allein steht ihr nicht entgegen; ein aufgebrauchtes Eigenkapital, eine gekündigte Finanzierung oder ein weggefallener Großkunde können es. Dann braucht die Fortführungsannahme eine Grundlage, die über die Hoffnung hinausgeht: eine Planung, die zeigt, dass die GmbH ihre Zahlungen über den vorgesehenen Zeitraum leisten kann.

Was der Ersteller prüft

Erstellen wir den Jahresabschluss einer GmbH, prüfen wir, ob der Fortführung etwas entgegensteht. Sehen wir Anzeichen, etwa ein aufgebrauchtes Stammkapital oder Mittel, die von Monat zu Monat abnehmen, klären wir mit der Geschäftsführung, worauf die Fortführung beruht. Die Entscheidung, zu welchen Werten der Abschluss aufgestellt wird, bleibt bei der Geschäftsführung; wo es darauf ankommt, erstellen wir als eigenen Auftrag die Prognose, die den Abschluss zu Fortführungswerten trägt.

Abschluss und Insolvenzrecht: zwei Prüfungen

Die Frage im Jahresabschluss und die Frage nach der Überschuldung sind verwandt, aber nicht dieselbe. Der Abschluss fragt, ob zu Fortführungswerten bilanziert werden darf; das Insolvenzrecht fragt, ob die Geschäftsführung handeln muss. Eine Prognose kann beide Fragen beantworten, wenn sie von Anfang an dafür angelegt ist; welche Frage zu beantworten ist, klären wir vor dem Angebot. Was die drei Lagen unterscheidet, erklärt die Seite Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit.

Banken und Investoren

Wer eine GmbH finanziert oder kaufen will, liest ihren Jahresabschluss zuerst auf eine Frage: Geht es weiter? Ein Abschluss ohne Fortführungsannahme beantwortet sie mit Nein. Für eine Bank heißt das in aller Regel, dass sie neu rechnet. Sicherheiten zählen zu dem, was eine Verwertung brächte. Kreditverträge sehen häufig vor, dass bei einer wesentlichen Verschlechterung gekündigt werden darf oder Auflagen folgen. Eine Kündigung folgt daraus nicht automatisch. Der Kredit wechselt oft in die Betreuung für gefährdete Kredite. Ein Investor bewertet nicht mehr künftige Erträge, sondern das, was bei einer Abwicklung übrig bliebe; der Preis sinkt und der Eigenkapitalbedarf steigt. Haftungs- und Anfechtungsrisiken werden Teil der Verhandlung.

Eine dokumentierte Fortführungsprognose ändert nicht die Lage, aber die Grundlage des Gesprächs. Sie zeigt mit Stichtag, Annahmen, Rechenweg und Nachweisen, ob die Fortführung überwiegend wahrscheinlich ist und welche Maßnahme sie trägt. Ob eine Bank weiter finanziert oder ein Investor einsteigt, entscheiden beide selbst und nach eigenen Regeln. Eine nachvollziehbare Prognose macht diese Entscheidung möglich; eine Absicht ohne Zahlen tut das nicht. Für dieses Gespräch stellen wir die Unterlagen zusammen, Prognose und Planung samt den Nachweisen, so geordnet, dass der Rechenweg sichtbar ist. Auf Wunsch begleiten wir das Gespräch und erläutern die Zahlen.

Die Gegenprobe

Bevor der Abschluss zu Fortführungswerten aufgestellt wird, prüfen Sie:

  • Reicht das Eigenkapital noch, oder zeigt die Bilanz einen Fehlbetrag?
  • Ist die Finanzierung für den Planungszeitraum zugesagt, und liegt die Zusage schriftlich vor?
  • Gibt es eine Planung, die zeigt, dass die Zahlungen des Planungszeitraums geleistet werden können?

Weiterlesen und Anfrage

Den Rahmen beschreibt die Übersicht Fortführungsprognose; was die Prognose rechnet, erklärt die Seite Was eine Fortführungsprognose rechnet. Schreiben Sie an office@eu-treuhand.de; Ihr persönlicher Ansprechpartner meldet sich.